Agil entscheiden – Empowerment für die lernende Organisation

Oft versuchen wir eine Lösung zu finden, die allen Ansprüchen gerecht wird, die Zustimmung von allen Stakeholdern hat und so nahezu perfekt sein soll. Dies führt dazu, dass niemand mehr Entscheidungen trifft, aus der “Angst” einer solchen Lösung nicht gerecht zu werden.

Der Entscheidungsprozess wird zäh, anstrengend, politisch, zeitintensiv und er blockiert das Vorwärtskommen. Wenn die Mehrheit Entscheidungen fällt, sind diese meist nicht besonders innovativ und enden oft in einem Kompromiss. Unser Gehirn bewertet Bekanntes grundsätzlich als besser und scheut sich vor Neuem.

Agil entscheiden funktioniert anders. In einer komplexen, sich schnell verändernden Welt weiss niemand wirklich, wo es hingeht. Wir erkunden gemeinsam, wo es hingehen könnte. Wir entscheiden in kleinen Schritten, dort wo das Wissen ist und adaptieren wenn nötig.

Wir nutzen einen Prozess. um gezielt die Intelligenz und die individuellen Sichtweisen der Gruppe zu berücksichtigen, ohne dabei viel Zeit zu verlieren. Der Fokus, liegt auf Entscheidungen die gut und sicher genug sind, um weiterzugehen.

Alle werden befähigt, in ihrem Bereich gute Entscheidungen zu treffen, übernehmen Verantwortung und lernen aus den Ergebnissen. So erreichen wir unsere gemeinsamen Ziele mit weniger Energieverlust.

Agil zu entscheiden ist ein Kernelement der lernenden Organisation, fördert die Entscheidungskompetenz aller und dadurch den Flow im Unternehmen.

In diesem Training lernst du:

  • welches die Stolperfallen im klassischen Entscheidungsprozess sind
  • wie agil entscheiden funktioniert und welche Voraussetzungen es braucht
  • an einem Übungsbeispiel in der Gruppe agil zu entscheiden
  • wie du agile Entscheidungen in deinem Kontext anwenden kannst

Dauer: 4 h, Durchführung online
Kosten: CHF 480.- zzgl. 7.7% MWST

TrainerInnen: Sascha Demarmels und Matthias Aerni

Nächste Termine:

  • 10. Februar 2021, 17.30 bis 18.30: Kurzworkshop (kostenlos)
  • 23. Februar 2021, 17.30 bis 18.30: Kurzworkshop (kostenlos)
  • 03. März 2021, 13.00 bis 17.00: Workshop
  • 23. März 2021, 08.00 bis 12.00: Workshop
  • 09. April 2021, 08.00 bis 12.00: Workshop
  • 30. April 2021, 13.00 bis 17.00: Workshop

Termine und Anmeldung:

Kommunikations-Quartett

Kommunikations-Quartett

Ein weiteres Spiel in meiner Reihe von agilen Spielen: Das Kommunikations-Quartett. Es eignet sich besonders, Kommunikations-Instrumente im agilen Kontext zu reflektieren. Dazu lässt es sich beispielsweise in Retrospektiven einsetzen

Wie beim herkömmlichen Quartett geht es auch hier darum, möglichst viele Vierer-Gruppen von Karten abzulegen. Die Gruppen stellen dabei Kommunikationssituation aus dem agilen Kontext dar und die einzelnen Karten beinhalten Kommunikationsinstrumente, die in diesen Situationen besonders gut eingesetzt werden können.

Gespielt wird mit vier Personen (notfalls auch mit drei oder mit fünf). Die Karten werden gemischt und gleichmässig verteilt (bei drei und fünf Personen erhalten nicht alle Mitspielenden genau gleich viele Karten).

Als erstes prüfen die Teilnehmenden nun, ob sie bereits über ein vollständiges Quartett verfügen (vier Karten mit dem gleichen Symbol oben rechts). Sie legen diese Karten raus und beschreiben kurz, was ihnen gemeinsam ist und wie die Instrumente funktionieren. Gemeinsam tauscht sich die Gruppe darüber aus, welche Instrumente sie regelmässig selber anwendet und wie zufrieden sie damit ist.

Dann startet das eigentliche Spiel: Jemand beginnt und nimmt sich aus den verdeckten Karten einer anderen Person eine Karte. Ergibt sich ein Quartett, darf dieses sogleich abgelegt werden (auch hier folgt wiederum die Refelxion zu den Kommunikationsinstrumenten). Dann kommt die nächste Person zum Zug.

Alternativ darf man bei einer Person auch eine bestimmte Karte erfragen (z.B. “Hast du eine Karte aus der Gruppe der Konflikte?”). Verfügt die gefragte Person über eine solche Karte, muss sie diese abgeben. Hat sie keine, darf sie selber weiterfahren. Gewonnen hat, wer als erstes keine Karten mehr hat.

Spielvariante “Finde den Scrum Master”

Das Spielset verfügt über eine zusätzliche, einzelne Karte, die Scrum-Master-Karte. Diese kann ebenfalls unter die Karten gemischt werden.
Gewonnen hat bei dieser Variante, wer am Ende die Scrum-Master-Karte in der Hand hält.

Spielvariante “Stechen”

Ist man nur zu zweit, eignet sich mit denselben Karten eher das “Stechen”. Hier werden die Zahlen oben links auf den Karten wichtig. Es handelt sich dabei um das Kommunikationspotential: Wie stark ist das Kommunikationsinstrument, wenn es um Transparenz, Reflexion, Beeinflussung der Gruppendynamik oder um Konflikte geht? Möglich sind jeweils Werte zwischen 0 und 4.

Die Karten werden gemischt und alle Teilnehmenden erhalten einen gleichgrossen, verdeckten Stapel. Sie schauen sich jeweils die oberste Karte im Stapel an, ohne sie den anderen zu zeigen. Und sie überlegen sich, wo ihr Kommunikationsinstrument wohl eine besondere Stärke hat. Damit fordern sie die anderen heraus: “Mein Instrument ist besonders geeignet, um mit Konflikten umzugehen. Es hat den Wert 3”. Wer die Karte mit dem höchsten Wert hat, darf die andere(n) Karte einsammeln.

Die gewonnenen Karten legt man vor sich ab. Wenn der verdeckte Stapel leer ist, mischt man alle seinen gewonnenen Karten und beginnt von vorne (das passiert nach der ersten Runde meist nicht mehr bei allen gleichzeitig – jeder mischt dann, wenn sein eigener Stapel fertig gespielt ist). Wer am Ende keine Karten mehr hat, hat verloren.

Anleitung als PDF

Kartensatz als PDF zum Ausdrucken auf A4-Papier

Kommunikations-Domino

Dominokarten mit kommunikativen Herausforderungen und Lösungsoptionen

Schon vor einer Weile habe ich in einem englischen Beitrag mein Kommunikations-Domino beschrieben. Hier findet sich nun eine Anleitung auf Deutsch und der Kartensatz zum Download.

Wenn wir spielen, lösen wir uns meist etwas leichter von der formellen Situation und können offener über schwierige Themen reflektieren. Aus diesem Grund habe ich ein Kommunikations-Domino gebastelt. Ziel: sich mit Herausforderungen in der Kommunikation auseinandersetzen, nach möglichen Lösungsstrategien suchen und diese mit anderen diskutieren.

Statt Felder mit einer unterschiedlichen Anzahl von Punkten finden sich auf diesen Domino-Karten kommunikative Herausforderungen (?) und mögliche Lösungen (>). Es gibt dabei keine richtigen und falschen Kombinationen, sondern mehr oder weniger angemessene.

Es geht darum, Lösungsansätze zu reflektieren und zu challengen: Was könnten mögliche Reaktionen sein? Was könnten meine Lösungen bei anderen auslösen? Die Spielerinnen und Spieler sollen sich gegenseitig Beispiele aus ihrem Alltag erzählen und reflektieren, was gut funktionieren kann.

Das Spiel kann auch hilfreich sein, wenn ein eingespieltes Team immer wieder an denselben Punkten steht und die zwischenmenschliche Kommunikation Spannung verursacht. Gemeinsam kann die Gruppe verschiedene Lösungen und ihre Wirkung erforschen.

Anleitung als PDF

Kartensatz als PDF zum Ausdrucken auf A4-Papier (3x drucken und ausschneiden)

Blinde Flecken – Blind Spots

feedback

[with english summary] Ich stelle immer wieder fest, das Menschen grosse Mühe damit haben, Beobachtungen und Bewertungen voneinander zu trennen. Das hat zum einen etwas mit persönlicher Betroffenheit zu tun, zum anderen auch damit, dass wir uns zu wenig darin üben, diese beiden Dinge zu unterscheiden. Gerade für Feedback und für Coaching scheint es mir wichtig, sich des Unterschieds bewusst zu sein.
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