Agile for Lean

Anfang Juli war ich Trainerin in einem Workshop am CETPM mit dem Titel „Agile Leadership kompakt“. Besondere Herausforderung: Zielgruppe des CETPM sind vor allem Menschen aus Produktionsbetrieben, die sich bisher intensiv mit dem Thema Lean auseinandergesetzt haben.

Agile kommt aus der IT, hat sich aber längst weit über die IT hinaus ausgebreitet und ist sogar in den Bildungsbereich und in die Verwaltung vorgedrungen (z.B. Agile Verwaltung). Lässt es sicher auch mit den Prinzipien von Lean kombinieren? – Ich glaube: Ja. Meine Teilnehmenden vom Workshop geben mir sicherlich ebenfalls recht.

Ich habe schon an anderer Stellen gezeigt, dass sich die Prinzipien aus dem Agile Manifesto oder die Werte aus Scrum auch auf Bereiche ausserhalb der Informatik übertragen lassen. Die Herausforderung mit Lean liegt aber nicht etwa darin, Agilität auf den Produktionsprozess anzuwenden, sondern aufzuzeigen, wo Lean und Agile sich sinnvoll ergänzen.

Zwei Flipcharts aus dem Kurs Agile Leadership kompakt des CETPM, Evaluationsradar und Transfer.
Flips aus der Evaluation zum Kurs: Evaluationsradar und Transfer-Ideen der Teilnehmenden

Sehr pauschalisiert würde ich sagen: Wer ausschliesslich den schwarzen Ford Modell T produzieren will, der muss sich keine all zu grossen Gedanken um Agile machen. Wer Mut hat, drüber nachzudenken, was nach dem Modell T kommt, für den lohnt es sich vielleicht. Denn bei Agile geht es nicht um den Produktionsprozess von fertig entwickelten Produkten, es geht um etwas ganz anderes und viel mehr.

Obwohl Agile ein grosses Schlagwort geworden ist, habe ich es geschafft, meine Teilnehmenden zur kritischen Reflexion zu bringen. Nimmt man nämlich den Modeerscheinungs-Anteil weg und macht sich Gedanken zu den grundlegenden Werten und Prinzipien von Agile, kommt ganz Erstaunliches zum Vorschein. Ergebnis: Meine Teilnehmenden haben in und neben ihren Lean-Prozessen schon eine ganze Menge agiler Praktiken implementiert. Und: Sie sehen Potential für mehr.

Unser Fazit im Workshop: Agile und Lean können sich sehr gut ergänzen, denn beides hat seine jeweiligen Stärken. Diesen muss man sich erst einmal bewusst werden, damit man beide Ansätze fruchtbar kombinieren kann. Individuelle Umsetzungen im je eignen Kontext sind dabei nicht nur wünschenswert, sondern sogar erforderlich.

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