Kommunikation 3.0

*Picture above: Mischa Demarmels, „Simple Characters“ on Sketching Arena

[with english summary] Was ist agile Kommunikation? Was für Ansprüche stellt ein agiles Umfeld an Kommunikation? Welche Werkzeuge kann Kommunikation 3.0 zur Verfügung stellen? Und welche Haltung setzt eine agile Kommunikation bei den Sprecherinnen und Sprechern voraus? Diesen und ähnlichen Fragen gehe ich in meinem Blog nach.

Die Welt wird schon seit einigen Jahren zunehmenden in Zahlen codiert. Das Web 2.0 und die Industrie 4.0 sind dabei nur zwei Beispiele. Ob 3.0 dazwischen liegt? Auf jeden Fall handelt es sich um eine (Weiter)Entwicklung. Besonders anschaulich finde ich diese am Beispiel, Learning 3.0:

  • Learning 1.0: man wird „belehrt“ (being taught)
  • Learning 2.0: man erfragt sich Wissen (asking)
  • Learning 3.0: man teilt Wissen (sharing)

Es geht also konkret um die Entwicklung vom passiven Empfangen zum aktiven Teilen. Oder, wie bei Management 3.0 beschrieben, um die Auflösung von hierarchischen Strukturen. Es gibt keine übergeordnete Kontrolle mehr, statt dessen organisieren sich die Menschen selber in Gruppen, indem sie kommunikativ miteinander interagieren – miteinander reden. Das stellt einige Anforderungen an die Kommunikation, sowohl an Werkzeuge und Instrumente wie auch an eigene Fähigkeiten und Haltungen gegenüber anderen Menschen und der Welt.

Das Agile Manifesto aus der Softwareentwicklung dient mir als Ausgangspunkt für die Überlegungen was agile Kommunikation sein könnte oder sein muss. Dort werden vier Gewichtungen vorgenommen:

  • Individuen und Interaktionen vor Prozessen und Werkzeugen
  • funktionierende Software vor verständlicher Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit KundInnen vor Vertragsverhandlungen
  • Reaktion auf Veränderung vor Befolgen des Plans

Wie könnten daraus abgeleitet die Werte für Kommunikation 3.0 aussehen?

Die Prinzipien des Manifestos nennen bereits eine konkrete Ausprägung: Face-to-face-Konversation ist die effizienteste und effektivste Methode der Informationsvermittlung. Weiter kommen in den Prinzipien Werte vor, die entweder durch bestimmte kommunikative Praktiken gefördert oder behindert werden oder die Kommunikation leiten können. Stichworte dazu sind Motivation, Unterstützung, Vertrauen, Nachhaltigkeit, Einfachheit und (Selbst)Reflexion.

Kommunikation 3.0 kann also einerseits bestimmte Werkzeuge für die Kommunikation in agilen Umgebungen liefern und andererseits müssen Menschen in diesen agilen Umgebungen bestimmte Werte oder Grundhaltungen im Bezug auf ihre Kommunikation verinnerlicht haben.

Eine solche Grundhaltung kann beispielsweise sein, wie ich auf mein Gegenüber eingehe. (Wie) höre ich zu? Wie reagiere ich, beispielsweise auf Feedback? Es geht nicht nur darum, was man sagt und wie man es sagt, es geht viel mehr noch um Authentizität, also darum, dass man auch meint (und lebt) was man sagt.

Aus dieser Haltung ergibt sich automatisch, wie ich kommuniziere, was für Hilfsmittel und Instrumente ich einsetze und ob ich mich beispielsweise mit meinen Gesprächspartnerinnen und -partnern auf Augenhöhe befinde. Agile Kommunikation ist darum nur mit einer agilen Grundhaltung, einer agilen Lebenseinstellung möglich.

Summary in English

What is agile communication? What requirements has an agile working environment towards communication? What tools can communication 3.0 provide for these working spaces? And what attitude must speakers provide to communicate in an agile style? This and more I address in my blog.

There are a lot of things in the world with the numbers 3.0 beside it. Most of those things have something in common: The higher the number the less control. 1.0 usually is something hierarchical, with 2.0 we go in to the direction of interaction and 3.0 is something self-organizing, as it is for example in Management 3.0 or in Learning 3.0.

Learning 3.0 gives a very visual understanding of what is happening:

  • Learning 1.0: being taught
  • Learning 2.0: asking
  • Learning 3.0: sharing

People get more and more self-conscious and collect the knowhow they need at that point. And they share what they know, they interact and work together. This has implicatios on communication.

The Agile Manifesto will be my starting point in exploring agile communication. It presents four values:

  • individuals and interactions over processes and tools
  • working software over comprehensive documentation
  • customer collaboration over contract negotiation
  • responding to change over following a plan

What does that mean for values of communication 3.0?

The principles in the Manifesto say that face-to-face communication is „the most efficient and effective method of conveying information“. And there are other key-words influencing communication or being influenced by it, for example motivation, support, trust, sustainability, simplicity and (self)reflection.

Communication 3.0 can provide certain tools for communication in agile environments. Also, people wanting to communicate in an agile manner need to follow certain attitudes to be successful. For example, they need to ask themselves things like „(How) do I listen to other people?“ or „How do I provide others with feedback?“ and „How do I myself react on feedback from others?“ With an agile living style communication will most certainly become agile too.

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